20.11.2009 - 2. Jubiläumsprogramm

25-Jahre Kleinkunstbühne

im Gasthaus Knabl, Beginn 20:30 Uhr, Einlaß ab 18:30

Mit einem zweiten mehrteiligen Programm feiert die Bühne ihr 25-jähriges Bestehen, an diesen Abend sind für Sie auf der Bühne Rudi Zapf, Wolfgang Neumann, Max Uthoff, Werner Meier. Es erwartet Sie ein vielseitiger Abend mit Weltmusik, Kabarett und Musikkabarett.

Rudi Zapf & Wolfgang Neumann - Weltmusik mit Hackbrett & Gitarre

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Die Musik von Rudi Zapf & Wolfgang Neumann ist von bayerischen Traditionen und von verschiedensten Kulturen der Welt inspiriert. Elemente klassischer europäischer Musik, Einflüsse aus Pop, Jazz und Rock, sowie ethnische Elemente aus aller Welt bilden die Zutaten für die Kompositionen von Wolfgang Neumann. Sie verlassen den Kosmos aber auch in die Welt des musikalischen Surrealismus, in der jeder Zuhörer seine eigenen Eindrücke behält. Es entsteht eine neue klangliche Faszination. Volksmusik verbündet sich mit Jazz und Rock und erhält durch eine lebendige Spielweise einen neuen Platz. Virtuoses und spielerisches Handwerk, aber auch viel Spontanität gehören zur Performance dieses außergewöhnlichen Duos und lassen auf große musikalische Momente hoffen.
Es ist die Balance von Entspannung und Spannung - entspannende Klänge und spannende Musik. Assoziationen werden geweckt, Bilder entstehen, Licht und Schatten: die Musik zum eigenen Film. Mit sicherem Gespür schreibt Gitarrist Wolfgang Neumann Stücke, die eingängig sind und doch viel Finesse für gründliche Zuhörer besitzen. Dies gibt dem "Klangtrapez" von Rudi Zapf reichlich Gelegenheit zur Entfaltung und führt den Zuhörer auf akustische Reisen. Musikalische Barrieren werden dabei leicht und wohltönend überwunden. Ohne Anstrengung und mit zauberhafter Leichtigkeit entsteht kosmopolitische Musik.
Um eine Weltspezialität handelt es sich beim Hackbrett von Rudi Zapf. Es wurde als ein neuartiges "Klangtrapez" mit elektrischen Tonabnehmern und einer Dämpfmechanik gebaut. Diesem 111saitigem Instrument entlockt Zapf Töne, die an karibische Steeldrums oder javanische Gamelan-Orchester erinnern. Ursprünglich stammt das Hackbrett aber aus dem Islam und kam erst seit dem 15. Jahrhundert nach Europa, wo es 300 Jahre später zur Entwicklung vom Cembalo zum Hammerklavier diente.
Tourneen führten ZAPF & NEUMANN neben der BRD auch nach Österreich, in die Schweiz, nach Frankreich, Spanien, Portugal, Italien, Marokko, Tunesien, Mittelamerika, Indien, Weißrussland, China und Finnland. 1986 gründeten sie zusammen die Band NEVER BEEN THERE, wovon drei CD-Produktionen erschienen sind. 1998 erschien ihre Duo-CD „Weggefährten“.
Rudi Zapf spielt seit 1979 Konzerte mit verschiedenen Formationen. 1985 bekam er den Förderpreis der Stadt München, 1989 den Preis der deutschen Schallplattenkritik. Durch unzählige Live-Auftritte, Radio- und Fernsehsendungen wurde er einem breiten Publikum bekannt. CD-Aufnahmen erschienen mit Volksmusik, Klassik, Weltmusik und Kabarett. Von 1989 bis 2005 organsierte er auch alle zwei Jahre das internationale Hackbrettfestival in München.

Wolfgang Neumann ist Sohn eines Jazzgitarristen. Nach seinem Musikstudium gründete er das Komponistenprojekt NEUMANN. Es folgten zahlreiche Filmmusiken (u.a. „Echt tu matsch“, „Anti-WAA-Film“, „Angst“, „Galapagos“, „Spaltprozesse“, „The run a way“).

www.zapf-musik.de

 

Max Uthoff - Auschnitte aus dem Kabarett "Sie befinden sich hier"

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Während des Abiturs begann ich meine Mitarbeit im politischen Kabarett meines Vaters Reiner Uthoff, dem „Münchner Rationaltheater“ (mit Stationen an der Theke, der Technik und als Ensemblemitglied). Um meine humoristischen Interessen auszuweiten, begann ich 1994 das Jurastudium an der LMU in München. Mein Ziel war es, die spröde Materie des Rechts satirisch zu unterwandern. Dies gelang mir im Jahre 2002. Das gesamte Rechtssystem der Republik ist seitdem durchgehend albern. Zur Strafe bekam ich das zweite Staatsexamen ausgehändigt mit der Aufforderung, mich zu trollen.
Ende des Jahres 2006 nahm ich meine kabarettistische Arbeit wieder auf mit dem satirischen Jahresrückblick „Republic viewing“. In diesem Rundumschlag recycelte ich gemeinsam mit meinem Vater den angefallenen Gedankenmüll des Jahres 2006.
Seit Juni des Jahres 2007 stehe ich nun mit meiner ersten, eigenen Solokabarett-Produktion auf der Bühne. Das Programm heißt „Sie befinden sich hier!“ und dreht sich um Orientierungslosigkeit, die Frage der nationalen Identität und ist so etwas wie ein wilder Ritt durch die Parteienlandschaft.
Preise: Goldener Nagel 2007 AT (1. Platz bei Publikum und Jury), Tam Basilisk 2007 AT (1. Platz bei Publikum und Jury), Amici Artium 2007 D (1. Platz bei Publikum und Jury), Lüdenscheider Lüsterklemme 2008 D (Publikumspreis), Obernburger Mühlstein 2009 (Presse: “… Der studierte Jurist bot in klarer Sprache politisches Kabarett in Reinkultur … . Das Publikum war von Uthoff begeistert und sprach ihm mit deutlicher Mehrheit den Publikumspreis zu. …” Heinz Linduschka; Main Echo)

 

Werner Meier - Musikkabarett

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In den 70ger Jahren spielte er sich als Gitarrist erst durch diverse Tanz- und Rockbands und verdiente sich dann mit Folk-Musik in den Münchner Kleinkunstbühnen wie im Muh schon mal studienbegleitend satte 30 Mark pro Abend! Anfang der 80ger entstand aus Randnotizen seiner Diplomarbeit sein erstes Soloprogramm, das er gleich mal im Theater im Fraunhofer vorstellte. Überrascht und berauscht von seinen ersten Erfolgen wie dem Scharfrichterbeil Passau ´84 warf er alle bisherigen Berufspläne auf den Müll und gründete das Kabarett-Trio ‚Die Meiers' mit dem Gitarristen Wolfgang Neumann und dem Hackbrettvirtuosen Rudi Zapf. Zehn kreative, erfolgreiche und turbulente Jahre mit den ‚Meiers' folgten mit vier Programmen, unzähligen Auftritten, Radio, Fernsehen …
Ein Wortjongleur zwischen Comedy und Kabarett mit grandiosen Songs und alles kräftig bayerisch durchgewürzt.
Hitverdächtig der 'Internet-Song' , traumhaft-skurril das 'Radiergummi-Lied', ein satirischer Leckerbissen 'Der geklonte Nachbar'...
Lachorgien gibt's, wenn's um den Unterschied zwischen dem Handy für feingliedrige Inder und dem 'Pratzy' für dickfingrige Bayern geht. Und zum Fußball gibt's nur eins zu sagen: Beckenbauer klonen, wenn's wieder richtig aufwärts gehen soll.
Der Schalk sitzt ihm freilich im Nacken: Das "demokratische Mitmach- Lied" namens "Fitte Fuffzger" lässt das Zelt vor Lachen erbeben. Das Publikum darf selbst entscheiden, ob etwa ein 50-Jähriger wie ein Einser dasteht (ja, na oder naja?) oder einer 50-Jährigen in diesen fit-for-fun-Zeiten das "wahre biologische Alter" nicht mehr angesehen werden kann.
Mit teuflischen Pointen und himmlischen Spitzen macht sich Werner Meier auf die Suche nach dem verlorenen Paradies, spürt kabarettistisch hintersinnig menschliche Ängste und Sehnsüchte auf.  Mal auf Adams Spuren, mal in seiner Figur des schlitzohrigen Heimwerkers, mal mit Gitarre - in einem Schwindel erregenden satirischen Streifzug nimmt er seine Zuschauer mit durch eine Welt zwischen Himmel und Hölle, landet in Erotik-, Garten-, Wellness- und Fress-Paradiesen, all diesen 1000 Wohlstands-Paradiesen von dieser Welt, die sich der ewig sehnsüchtig suchende Adam geschaffen hat.
Mit verblüffendem Sprachwitz und spielerischer Leichtigkeit schafft Werner Meier den schwierigen Spagat zwischen ernsten Themen und bester Unterhaltung. Auch wenn die Frage nach dem Paradies wohl letztendlich wieder offen bleibt, so ist doch sicher, dass all das diesen Abend zu einem himmlischen Kabarett-Ereignis macht.

www.wernermeier.de