08.10.2010 - 5. Waakirchner Zitherfestival

Gasthaus Knabl in Hauserdörfl, Einlass ab 18.30 Uhr; Beginn: 20.30 Uhr
Eintrittskarten gibt es an den bekannten Vorverkaufstellen:
- im zu VVK: 14,50 €
- an der Abendkasse: 16,00€

Volksmusik, Zither-Klassiker, Rock, Blues, Balladen

Es kommen insbesondere klassische Werke, Rock, Blues, Balladen, Volksmusik mit Raffele, aber auch Zither-Klassiker von Georg Freundorfer zur Aufführung. Diesmal wird uns insbesondere die Zithermusik des 19. Jahrhunderts auf einem original nach gebautem Instrument der damaligen Zeit präsentiert und aus der Zeit heraus nahe gebracht.
Die Grenzen, die sich manche Musiker und d’Leit oft selber setzen, werden auch heuer wieder gesprengt werden. Dies war und ist auch immer die Absicht dieses Festivals:
Brücken zwischen den Musikstilen und den Musikern zu bauen und Mauern einzureißen.

Mit von der Partie sind diesmal der noch sehr junge Zither-Spieler Hausl Brandhofer aus unserem Ort, das Scherrzither-Duo Kerber/Kern aus dem Allgäu, die Zither-Virtuosin Petra Hamberger aus Höhenkirchen sowie als Gastgeber und Moderator Zither-Manä aus Hauserdörfl.

 

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Petra Hamberger
Die Höhenkirchner Diplom-Zitherlehrerin Petra Hamberger verfolgt in ihrer Freizeit ein ganz besonderes Steckenpferd: Die Erforschung der Zithergeschichte des 19. Jahrhunderts, also die Zeit von Sisi und ihrem Vater, Herzog Maximilian in Bayern.
Das beinhaltet nicht nur die Theorie und die Faktensammlung, sondern Petra Hamberger geht noch weiter und bringt dem Zuhörer die Musik dieser Zeit auch originalgetreu auf einer nachgebauten Zither, Modell Jahr 1844, zu Gehör. Das Vorbild liegt im Münchner Stadtmuseum und stammt von Hoflieferant Ignaz Simon in Haidhausen (damals noch bei München). Gebaut wurde diese nachgebaute Zither von der Zitherwerkstätte Kurt Hartwig in München-Sendling.
Petra Hamberger hat in bisher fünfjähriger Kleinarbeit anhand von Zitherschulen, Besaitungstabellen und Notenausgaben die Spielweise erforscht, die völlig anders ist als sonst und kann sie dem Zuhörer live vorführen. Ihre Vorträge über die Zithergeschichte werden aufgelockert mit allerlei Geschichten und Anekdoten zu den jeweiligen Musikstücken.

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Scherrzither-DUO Kerber/Kern
(in memoriam Max Schraudolf)

Max Schraudolf ist es zu verdanken, dass die Scherrzither im gesamten Alpenraum wieder heimisch wurde. Max Schraudolf lebte in Oberstdorf und spielte Zeit seines Lebens in verschiedenen Scherrzitherbesetzungen. Im Scherrzithertrio Max Schraudolf spielte Martin Kern Jahrzehnte die Gitarre.
Martin Kerber war ein Scherrzitherschüler Max Schraudolfs. Nachdem die beiden Allgäuer Musiker Martin Kerber und Martin Kern eine lange musikalische Freundschaft verbindet, haben sie sich zur Aufgabe gesetzt, die Scherrzither auch nach dem Tod Max Schraudolfs weiterhin zu pflegen.
Das Duo Kerber/Kern spielt Musik aus dem Repertoire Max Schraudolfs und Neuschöpfungen von Martin Kern.
Musiziert wird auf Scherrzither, Altscherrzither und Gitarre und abwechselnd anstelle der Gitarre mit Baßklarinette.

 

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Hausl_Brandhofer (Zithermusik in der dritten Generation)

Inspiriert von Großvater und Vater stand für Hausl bereits früh fest, dass er ebenfalls das Zitherspielen erlernen wollte. Und so nahm er Unterricht bei Max Klein in Hausham, der ihm die große Bandbreite der Möglichkeiten auf der Zither näher brachte. Hausl spielt heute nicht nur die klassischen Volksmusikstückl: neben Landlern und Polkas gehören auch Kompositionen von Georg Freundorfer („Der Weg zum Herzen“), Anton Karras („Der dritte Mann“) und Josef Christoph Fischer („Ein Hoch dem Radfahrer“) zu seinem Repertoire. Konzertwalzer versteht er genauso zu interpretieren wie einen richtigen Landler. Bei aller Vielfältigkeit kehrt er aber immer wieder zu seinen Wurzeln zurück, und so dürfen „Stückl“ vom Opa natürlich auch nicht fehlen. Der „Lappert“ oder „Da Bömisch“ sind hierbei seine Lieblingsstückl.
Hausl Brandhofer spielt die Zither aus Leidenschaft. Mit seinem Können wird er noch viele Zuhörer begeistern. Wobei es ihm aber nicht auf große Bühnen ankommt: er hat´s lieber ein bisschen ruhig. Auch mit seinen knapp 17 Jahren bleibt er „cool“. Wenn man ihn fragt, wie´s ihm geht, sagt er höchstens: „S´ passt scho!“.

 

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Zither-Manä
hat im Landkreis so oft gespielt, sodass man ihn kaum noch vorstellen muss. Seit über 30 Jahren macht er die Kleinkunstbühnen Bayerns und Österreichs unsicher. Seine Spezialität sind die Verbindungen von Rock und Blues mit der traditionellen Volksmusik. In ein und demselben Programm sind Landler, Rock, Blues, Balladen, aber auch Ausflüge ins Kabarett zu hören. Zither-Manä ist sozusagen der geistige Vater von jetzt so erfolgreichen Interpreten der so genannten neuen Volksmusik wie Hubert von Goisern, Hundsbuam oder Jodelwahnsinn.
Für seine Arbeit bekam der Kleinkünstler den alternativen Kulturpreis des Bezirks Oberbayern und den Kulturpreis der SPD für sein langjähriges Wirken im Landkreis Miesbach.
Zither-Manä hatte die Idee zu diesem Festival auf dem Land, die natürlich ursprünglich von Georg Glasl in München schon umgesetzt wurde und er wird auch als Moderator durch den Abend führen.
Auf seinen Auftritt beim Zitherfestival freut er sich natürlich besonders, kann er hier doch als Solist erstmals neben namhaften Interpreten sein Können präsentieren.